Glossar

A

Agio

Agio bedeutet Aufgeld oder Aufzahlung. Es ist ein Aufschlag auf den Nennwert und wird in der Regel in Prozent angegeben. Bei Darlehen ist das Agio ein mit ausgezahlter Aufschlag auf den Nominalbetrag des Darlehens.

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen umfasst alle diejenigen Vermögensgegenstände, die dem Unternehmen auf Dauer dienen. Dazu gehören z.B. immaterielle Vermögenswerte (z. B. Geschäfts- oder Firmenwert), Sachanlagen (Anlagen, Maschinen, BGA etc.) sowie Finanzanlagen (Wertpapiere etc.).

Annuitätendarlehen

Der Darlehensnehmer zahlt während der Darlehenslaufzeit eine gleichbleibende Leistungsrate. Diese Leistungsrate besteht aus einem Zins- und Tilgungssatz. Durch die kontinuierliche Verringerung der Restschuld nimmt der Tilgungsanteil der Leistungsrate während der Laufzeit kontinuierlich zu.

Ausfallbürgschaft

Bei einer Ausfallbürgschaft muss der Bürge erst eine Zahlung leisten, wenn der Gläubiger (i.d.R. der Kreditnehmer) die Zwangsvollstreckung in das Vermögen des Hauptschuldners (i.d.R. die Hausbank) ohne Erfolg betrieben hat. Der Bund, die Länder und die jeweiligen Bürgschaftsbanken übernehmen regelmäßig solche Ausfallbürgschaften gegenüber Banken, jedoch müssen sie erst die Zahlung leisten, wenn alle für das verbürgte Engagement bestellten Sicherheiten verwertet worden sind.

Bsp.:

KfW Darlehen 1.000.000 € 80%-ige Ausfallbürgschaft

Sicherheit Haus V-Wert 600.000 € (400.000 € freies Obligo, davon dann 80%; d.h. die Bürgschaft beträgt 320.000 € FIX)

Insolvenz: Wer haftet mit wie viel?

HB erhält aus Verkauf 600.000 €, d.h. Verlust von 400.000 €, Ausfallbürgschaft 320.000 €; Verlust Hausbank 80.000 €

B

BAFIN

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist eine selbstständige Bundesanstalt mit Sitz in Bonn und Frankfurt am Main. Sie untersteht der Rechts- und Fachaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen. Die BaFin beaufsichtigt und kontrolliert als Finanzmarktaufsichtsbehörde im Rahmen einer Allfinanzaufsicht alle Bereiche des Finanzwesens von Kreditinstituten, Finanzdienstleistungsinstituten, Versicherungsunternehmen und Wertpapierhandelsunternehmen in Deutschland. Diese Funktionen und Tätigkeiten werden „nur im öffentlichen Interesse“ wahrgenommen.

Beihilfen

Beihilfen an Unternehmen sind nach dem EG-Vertrag grundsätzlich verboten, da sie negative Auswirkungen auf den innergemeinschaftlichen Wettbewerb haben. Unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt die EU-Kommission jedoch Ausnahmen vom allgemeinen Beihilfeverbot. Die entsprechenden EU-Beihilferegelungen bestimmen detailliert, in welchen Bereichen, zu welchen Bedingungen und bis zu welcher Höhe Beihilfen gewährt werden dürfen.
Als Beihilfen werden vereinfachend öffentliche Zuwendungen bezeichnet, die einem Unternehmen, welches diese in Anspruch nimmt, einen wirtschaftlichen Vorteil verschafft gegenüber einem Konkurrenzunternehmen, das eine solche Zuwendung nicht erhält. Solche Zuwendungen können unter anderem in Form von Zuschüssen, Beteiligungen, zinsverbilligten Darlehen oder Garantien gewährt werden.

Im Falle eines zinsverbilligten Darlehens errechnet sich die Beihilfe aus der Zinsdifferenz zwischen einem jeweils bei der Zusage gültigen „Marktzinssatz“ und dem Zinssatz des in Frage kommenden Darlehens. Als „Marktzinssatz“ wird dabei der von der EU-Kommission festgelegte Referenzzinssatz verwendet. Bei der Berechnung der Darlehensbeihilfe wird ebenfalls berücksichtigt, dass der gesamte Zinsvorteil nicht - wie bei einem Zuschuss - in voller Höhe bei Auszahlung der Mittel, sondern über die gesamte Darlehenslaufzeit gewährt wird.
Den so errechneten absoluten Betrag des Zinsvorteils bezeichnet man als „Subventionswert“. Wird dieser ins Verhältnis zu den förderungswürdigen Investitionskosten gesetzt, ergibt sich daraus die sog. „Beihilfeintensität“ in Prozent. Die „förderungswürdigen Investitionskosten“ sind der Teil der Investitionskosten, für die nach einer Beihilferegelung Beihilfen gewährt werden dürfen. Die beihilferelevanten Programme bestimmen die förderungswürdigen Kosten grundsätzlich so, dass sie auch den EU-Beihilfevorschriften genügen. Daher entsprechen die durch Darlehen geförderten Investitionskosten i.d.R. den förderungswürdigen Investitionskosten der EU-Beihilfevorschriften.

Welche Beihilferegelungen ein Darlehen nutzt, ist aus dem jeweiligen Programm-Merkblatt ersichtlich. Sofern ein Darlehen Beihilfen enthält, werden der Subventionswert und/oder die Beihilfeintensität in der jeweiligen Darlehenszusage ausgewiesen. Subventionswerte anderer Fördermittelgeber werden in der Regel in der Zusage des jeweiligen Fördermittelgebers mitgeteilt und können bei Bedarf dort erfragt werden.

Bei jeder EU-Beihilferegelung wird eine Obergrenze bestimmt, bis zu deren Höhe Beihilfen für bestimmte förderungswürdige Investitionskosten eines Vorhabens gewährt werden dürfen („maximale Beihilfeintensität“). Diese maximale Beihilfeintensität ist u. a. von der Art des Investitionsvorhabens, der Unternehmensgröße oder dem Investitionsort abhängig. Zur Förderung ein und desselben Investitionsvorhabens können Fördermittelgeber manchmal auch unterschiedliche Beihilferegelungen heranziehen. Falls für ein Investitionsvorhaben mehrere Beihilfen gewährt werden, verlangt die EU-Kommission, dass alle für dasselbe Investitionsvorhaben gewährten Beihilfen kumuliert, d. h. aufgerechnet werden. Sollten mehrere Beihilfen nach unterschiedlichen Beihilferegelungen gewährt werden, gilt die maximale Beihilfeintensität derjenigen Regelung mit der höchsten maximalen Beihilfeintensität.
Im Falle der Kumulierung eines Darlehens mit weiteren Beihilfen anderer Fördermittelgeber muss daher sichergestellt werden, dass die nach den einschlägigen EU Regelungen höchste maximale Beihilfeintensität nicht überschritten wird. Dabei sind sog. „De-minimis Beihilfen“ für ein Vorhaben in voller Höhe auf die nach den geltenden Regelungen maximale Beihilfeintensität anzurechnen.

Der jeweilige Fördermittelgeber muss sicherstellen, dass die maximale Beihilfeintensität der Beihilferegelung, unter welche die Beihilfe fällt, eingehalten wird. Falls ein Antragsteller von mehreren Fördermittelgebern Beihilfen erhält, muss eine Kumulierungsprüfung vorgenommen werden.
Bekannte Beihilferegelungen sind:

•    die De-minimis-Verordnung,
•    die KMU Freistellungsverordnung,
•    die Regionalleitlinien.

Die Beihilfen für die derzeitige Förderperiode sind in der aktuellen Verordnung (EG 800/2008) vom 06. August 2008 ausgeführt. Diese ist auf der Webseite der EU hinterlegt.

Benachteiligte Arbeitnehmer

Gemäß dem Amtsblatt der Europäischen Union (Verordnung 800/2008) vom 06.08.2008 wird diese Personengruppe wie folgt umschrieben: Benachteiligte Arbeitnehmer sind Personen,

  • die in den vergangenen sechs Monaten keiner regulär bezahlten Beschäftigung nachgegangen sind,
  • die über keinen Abschluss der Sekundarstufe II oder keinen Berufsabschluss verfügen,
  • die älter als 50 Jahre sind, oder
  • Erwachsene, die allein leben und mindestens einer Person unterhaltspflichtig sind, oder
  • Personen, die in einem Wirtschaftszweig oder einem Beruf in einem Mitgliedstaat arbeiten, wo das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen mind. 25% höher ist als das durchschnittliche Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen, das in dem betreffenden Mitgliedstaat in allen Wirtschaftszweigen insgesamt verzeichnet wird, und
  • die zu der betreffenden Minderheit gehören oder
  • Angehörige einer ethnischen Minderheit in einem Mitgliedstaat der EU, die ihre sprachlichen oder beruflichen Fertigkeiten ausbauen oder mehr Berufserfahrung sammeln müssen, damit sie bessere Aussichten auf Beschäftigung haben.


Bereitstellungszinsen

Bereitstellungszinsen werden für nicht abgerufene, d.h. vom Darlehensnehmer trotz Kreditzusage nicht in Anspruch genommene Darlehensbeträge fällig.

Betriebsmittel

Betriebsmittel sind materielle Güter, die zur Produktion, für den Handel oder die Erbringung einer Dienstleistung erforderlich sind und entsprechende Kosten verursachen, z.B. Personalkosten, Wareneinkauf, Kosten für Rohstoffe und Werkstoffe, aber auch die Einräumung von Zahlungszielen gegenüber Kunden. Mit Hilfe eines Betriebsmittelkredites werden diese Kosten vorfinanziert.

Bilanz

Die Bilanz ist aus betriebswirtschaftlicher Hinsicht eine Gegenüberstellung des Vermögens auf der Aktivseite (Mittelverwendung) und des Kapitals auf der Passivseite (Mittelherkunft) an einem bestimmten Stichtag.

Bürgschaft

Die Bürgschaft ist ein Vertragsverhältnis, durch das sich ein Bürge verpflichtet, dem Gläubiger gegenüber für die Erfüllung der Verbindlichkeiten eines Dritten einzustehen. Sofern keine selbstschuldnerische Bürgschaft vorliegt, kann der Bürge verlangen, dass der Gläubiger zunächst gegen den Hauptschuldner klagt. 

Bürgschaft / selbstschuldnerisch

Bei einer selbstschuldnerischen Bürgschaft hat ein Bürge dieses oben genannte Recht nicht. Der Bürge ist sofort zur Zahlung verpflichtet, wenn der Hauptschuldner bei Fälligkeit die verbürgte Verbindlichkeit nicht bezahlt. Dies trifft auch zu, wenn z.B. eine Ausfallbürgschaft einer Bürgschaftsbank in Anspruch genommen werden soll. Bei vielen Kreditanfragen ist die Abgabe einer selbstschuldnerischen Bürgschaft obligatorisch.

Businessplan

Ein Businessplan bzw. ein Konzept eines Unternehmens ist eine textliche und zahlenmäßige Darstellung der operativen und strategischen Ziele und deren Auswirkungen sowie die daraus resultierenden Maßnahmen. Ein Businessplan umfasst mehrere Themenbereiche wie z. B. eine Markt- und Wettbewerbs-analyse, eine Ertragsvorrausschau, eine Liquiditätsplanung sowie eine Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplanung.

BWA – Betriebswirtschaftliche Auswertung

Die BWA gibt dem Unternehmer unterjährig eine Übersicht über die Gewinn- und Erlössituation sowie über die Vermögens- und Schuldenverhältnisse. Die Auswertungen basieren i.d.R. auf dem Zahlenmaterial der Buchhaltung.

C

D

De-minimis Regelung

In der EU sind wettbewerbsverfälschende Beihilfen an Unternehmen verboten, wenn sie den Handel zwischen den EU-Mitgliedstaaten beeinträchtigen. (EG-Vertrag Art. 87 Abs. 1). In bestimmten Fällen kann die Europäische Kommission Subventionen allerdings ausnahmsweise genehmigen. Damit entschieden werden kann, ob es sich um eine solche Ausnahme handelt, muss jede Beihilfe, die einem Unternehmen zugute kommt, bei der Europäischen Kommission in Brüssel angemeldet werden. Die Europäische Kommission entscheidet dann, ob die betreffende Subvention im Sinne des EG-Vertrags gewährt wird oder nicht.

Zur Vereinfachung dieses Verfahrens wurde die "De-minimis" Regelung eingeführt. Danach brauchen Subventionen, die unterhalb einer bestimmten Bagatellgrenze liegen, bei der Europäischen Kommission nicht angemeldet und von ihr genehmigt werden. Dies gilt für Beihilfen, staatliche Stelle einzelnen Unternehmen gewähren und die innerhalb des laufenden und der letzten zwei Kalenderjahre den Subventionswert von derzeit insgesamt   200.000 €   (100.000 € im Bereich des Straßentransportsektors) nicht übersteigen. Die Kommission geht davon aus, dass diese kleineren Subventionen keine spürbaren Auswirkungen auf den Handel und den Wettbewerb zwischen den Mitgliedstaaten haben.

Die Gesamtsumme der einem Unternehmen gewährten De-minimis Beihilfen darf in einem Zeitraum von drei Steuerjahren (= Kalenderjahren) den Höchstbetrag nicht übersteigen. Eine Bürgschaft in Höhe von 1.500.000 €/ 750.000 € entspricht einem Beihilfewert von 200.000/100.000 EUR. Stellt die Bürgschaft lediglich einen Anteil von 1.500.000 € / 750.000 € dar, so entspricht der Beihilfewert dieser Bürgschaft dem entsprechenden Anteil des Beihilfehöchstbetrags von 200.000 € / 100.000 €.

Disagio

Das Disagio ist ein prozentualer Abschlag vom Kreditbetrag bei der Auszahlung. Bei öffentlichen Darlehen ist dies vielfach 4% vom Darlehensbetrag.

Doppelförderung

Eine Doppelförderung ist meistens dann ausgeschlossen, wenn für denselben Zweck weitere Mittel aus anderen EU-Programmen eingesetzt werden. (Ausschluss einer Doppelförderung).

E

Effektiver Zinssatz

Kreditinstitute sind gemäß Preisabgabenverordnung (PAngV) verpflichtet, die Gesamtbelastung aus einem Kredit pro Jahr in einem Prozentsatz anzugeben und den effektiven Zinssatz auszuweisen. Für die Ermittlung werden z.B. der Zinssatz, Dauer der Zinsbindung, Tilgungshöhe, tilgungsfreie Zeit, Auszahlungskurs sowie Zins- und Tilgungsverrechnung in einer festen Formel berücksichtigt.

Eigenkapital

Als Eigenkapital werden die Mittel bezeichnet, die außerhalb einer Fremdfinanzierung vom Inhaber/Gesellschafter in das Unternehmen eingebracht werden. Nicht entnommene Gewinne werden dem Eigenkapital zugerechnet.

Endfälliges Darlehen

Bei endfälligen Darlehen werden während deren Laufzeit vom Darlehensnehmer keine Tilgungsraten gezahlt, sondern das Darlehen wird in einer Summe am Ende der Laufzeit getilgt. Häufig werden solche Darlehen mit Lebens-versicherungen oder Bausparverträgen kombiniert, und die angesparte Summe wird für die Tilgung verwendet. Anstatt Tilgungsraten sind also Sparbeiträge o.dgl. zu leisten.

Exit

Verkauf einer gehaltenen Beteiligung. 

F

Förderinstitute

link

Fördermittel

Fördermittel sind Darlehen, die von verschiedenen Banken, Einrichtungen und Institutionen natürlichen und juristischen Personen etc. zu besonderen Konditionen (z.B. Zinszuschuss) zur Verfügung gestellt werden.

Freie Berufe

Zu der Kategorie der freien Berufen zählen z.B. Ärzte, Apotheker (allgemein: Heilberufe), Techniker (z. B. Architekten), in beratenden Branchen tätige Personen (Unternehmensberater, Rechtsanwälte, Steuerberater usw.) sowie Angehörige der sog. freien Kulturberufe, die eine künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit ausüben. Freiberufler oder freiberuflich Tätige gehören dagegen nicht zur Kategorie der freien Berufe.

G

Genußrechtskapital

Genußrechte sind vom Grundsatz her Wertpapiere, die hinsichtlich der Ausgestaltung ihrer Rechte eine Zwischenform zwischen Eigen- und Fremdkapital darstellen. Häufig werden Gläubigerrechte, wie feste Laufzeiten und eine feste Verzinsung, mit einer gewinnabhängigen Ausschüttung gekoppelt. Die Ausgestaltung der Genußrechte ist nicht gesetzlich normiert. Es können jedoch keine bestimmten Eigentumsrechte, wie beispielsweise Stimmrechte, verbrieft werden. 

Die Sonderstellung des Genußrechtskapitals bewirkt, daß Kreditinstitute unter bestimmten Prämissen die gewährten Genußrechte (Genußrechtskapital) als haftendes Eigenkapital anrechnen. Voraussetzung dafür ist, dass die Genußrechte am laufenden Verlust teilnehmen, im Insolvenzfall nachrangig bedient werden.

Globalzession

Durch die Vereinbarung einer Globalzession werden sämtliche gegenwärtigen und zukünftigen Forderungen einer Person oder eines Unternehmens, die ihr/ihm gegenüber den eigenen Schuldner (Kunden) zustehen, bereits zum Zeitpunkt der Entstehung als Sicherheit an einen Kreditgeber abgetreten. 

Grundschuld

Die Grundschuld ist eine dingliche Belastung eines Grundstückes, einer Eigentumswohnung usw. Die Eintragung erfolgt in dem dazugehörigen Grundbuch. Sie stellt im Gegensatz zur Hypothek einen alleinigen dinglichen Anspruch dar, der von dem jeweiligen Kreditverhältnis losgelöst zu betrachten ist. Bei Finanzierungen sind Grundschulden werthaltige Sicherheiten (sog. Sachsicherheiten).

H

Haftungsfreistellung

Bei geringen Sicherheiten des Kreditnehmers kann die Hausbank eine Haftungsfreistellung beantragen. In der Regel übernimmt die Hausbank gegenüber dem Fördermittelinstitut (z.B. KfW) die volle Haftung für die Rückzahlung der Kredite. Unter Haftung wird dabei die Verpflichtung verstanden, für eine Verbindlichkeit einzustehen, die sich aus einem vertraglichen Schuldverhältnis ergibt. Bei einer Haftungsfreistellung haftet die Hausbank gegenüber dem Fördermittelinstitut nur für einen bestimmten Teil der bestehenden Verbindlichkeit. Vielfach ist die Gewährung einer Haftungsfreistellung mit einem Zinsaufschlag verbunden. Die Hausbank soll damit stimuliert werden, öffentliche Darlehen bei Finanzierungsbegehren zu berücksichtigen.

Die Beantragung von Haftungsfreistellungen und Ausfallbürgschaftem zugleich, ist nicht möglich.

Bsp.:

KfW Darlehen 1.000.000 € mit 50%-iger HF

Sicherheit Haus V-Wert 600.000 €

Insolvenz: Wer haftet mit wie viel?

HB erhält aus Verkauf 600.000 € d.h. Verlust 400.000 € (wenn noch nicht getilgt wurde)

50% geht an die KfW; Verlust Hausbank 200.000 €

Hausbank 

Bei der hier häufig zitierten Hausbank handelt es sich um die Bank (Geschäftsbank, Sparkasse, Volksbank usw.) bei der man ein Geschäftskonto einrichten und Kredite für ein Unternehmen beantragen kann. Bei der Hausbank (eine in Deutschland zugelassene Bank) werden außerdem Anträge für öffentliche Förderdarlehen (Bürgschaften usw.) gestellt. Die Hausbank leitet die Anträge an die Förderbank weiter und übernimmt die Kontoführung für das Förderinstitut während der Laufzeit.

Hypothek

Die Hypothek ist eine Pfandverschreibung auf Güter (z.B. Grundstück, Schiffshypothek) als Sicherung für einen Gläubiger. Die Hypothek zeichnet sich, im Gegensatz zur Grundschuld, durch die enge Verknüpfung einer Geldforderung mit dem Grundstück aus.

I

Innovation

Als Innovation werden alle neuen Produkte oder Dienstleistungen bezeichnet, die aus Forschungs- und Entwicklungsprozessen hervorgehen, aber auch Neuerungen im organisatorischen, sozialen und juristischen Bereich.

Innovatives Unternehmen

Ein Unternehmen gilt dann als innovativ, wenn Forschungsvorhaben dessen Kern bilden und wenn dessen F&E Aufwendungen laut Businessplan (BWA) mindestens 15 % seiner gesamten Betriebsausgaben ausmachen.

 

Investitionen

Investitionen sind i.d.R. Anschaffungen abschreibungsfähiger „Güter“, die häufig als Bemessungsgrundlage für Fördermittel dienen. Als förderungswürdige Investitionen gelten teilweise Grundstücke und besonders auch Gebäude, Maschinen und Anlagen.

J

K

Klein- und Mittelständische Unternehmen (KMU)

Die EU definiert kleine und mittlere Unternehmen (KMU) folgendermaßen:

• Kleinstunternehmen: weniger als 10 Mitarbeiter, Umsatz oder Bilanzsumme bis 2 Mio. €

• Kleine Unternehmen: weniger als 50 Beschäftigte, Umsatz bis 10 Mio. Euro oder
  Bilanzsumme bis 10 Mio. €

• Mittlere Unternehmen: weniger als 250 Mitarbeiter und Umsatz bis 50 Mio. Euro oder
  Bilanzsumme bis 43 Mio. €

Kontokorrentkredit 

Der Kontokorrentkredit steht dem Kreditnehmer bis zu einem vereinbarten Betrag auf seinem Geschäftskonto zur Verfügung, über das alle laufenden Zahlungen abgewickelt werden. Der Zinssatz ist hier variabel. Er entspricht dem Dispositionskredit beim Privatkonto. Der Kontokorrentkredit dient als kurzfristiges Finanzierungsmittel und ist in der Regel der teuerste. 

 

Kreditsicherheiten

Unterschieden wird zwischen Sach- und Personensicherheiten. Zu den gängigen Sicherheiten zählen die Grundschuld, die Verpfändung, die Abtretung und die Sicherungsübereignung. Unter Personensicherheiten versteht man z.B. Bürgschaften, Patronatserklärungen usw.

L

Leverage Effekt

Unter Leverage Effekt versteht man die Erhöhung der Eigenkapitalrentabilität aufgrund einer über dem Fremdkapitalzins liegenden durchschnittlichen Gesamtkapitalrendite. Dieser Effekt wird auch als Hebelwirkung (leverage) bezeichnet. Solange der Zinssatz für die Fremdkapitalaufnahme niedriger ist als die Verzinsung des gesamten eingesetzten Kapitals, kann durch die Aufnahme von Fremdkapital der Gewinnn und die Eigenkapitalrentabilität gesteigert werden.

M

MBI / MBO

Management buy in und Management buy out. Hierbei handelt es sich um zwei Formen der Unternehmensübernahme. Bei einem MBI wird das Unternehmen durch fremde Manager übernommen. Bei einem MBO hingegen durch das eigene Management (> 10% der Unternehmensanteile).

Mezzanine-Finanzierung / Mezzanines Kapital

Mezzanine-Finanzierung ist eine Zwischenform von Eigen- und Fremdkapital. Dazu gehören u.a. stille, typische und atypische Beteiligungen. Im Insolvenzfall werden sie erst nachrangig (nach den anderen Krediten) bedient und stärken somit die wirtschaftliche Eigenkapitalbasis eines Unternehmens.

N

Nachrangdarlehen 

Für die Beantragung von Nachrangdarlehen werden keine Sicherheiten benötigt. Bei einer Insolvenz werden diese Darlehensgeber nur nachrangig berücksichtigt, also erst dann, wenn die Forderungen aller anderen Kreditgeber befriedigt sind.

Nominaler Zinssatz

Er stellt den „nackten“ Zinssatz dar, den der Darlehensnehmer zahlen muss. Weitere Kosten wie Kontoführungsgebühren, Zahlungsmodalitäten, Bearbeitungsgebühren etc. sind in diesem Zins noch nicht enthalten.

O

P

Partiarisches Darlehen

Ein partiarisches Darlehen (Beteiligungsdarlehen) ist eine Sonderform des Darlehens im Sinne von § 488 BGB. Bei einem partiarischen Darlehen wird dem Kapitalgeber statt Zinsen ein Anteil am Unternehmensgewinn zugesprochen. Dies kann ein garantierter Mindestgewinn sein. Neben der Gewinnbeteiligung kann eine Zinszahlungspflicht vereinbart werden, wobei der Schwerpunkt auf der Gewinnbeteiligung liegen muss; die Einnahmen gelten dann als Einkünfte aus Kapitalvermögen und unterliegen der Kapitalertragssteuer.

Patronatserklärung

Die Patronatserklärung ist eine nicht normierte schuldrechtliche Erklärungen im Gesellschaftsrecht, wonach z. B. ein Unternehmen („Patron“) dafür sorgen will, dass eine kreditnehmende Tochtergesellschaft ihre Kreditverpflichtungen erfüllt. Unterschieden wird zwischen einer „weichen“ und einer „harten“ Patronatserklärung. Die letztgenannte entspricht aber nicht einer Bürgschaft. Anders als bei einer Bürgschaft beinhaltet die Patronatserklärung keine Übernahme einer vertraglichen Zahlungsverpflichtung des Patrons gegenüber den Gläubigern der Tochtergesellschaft, falls diese ihre Verbindlichkeiten nicht erfüllt. Anspruchsgrundlage wäre „Schadensersatz wegen Nichterfüllung“. 

PPP

PPP ist die Abkürzung für ein Public Private Partnership, also eine öffentlich-private Partnerschaft bzw. Kooperation. Hierbei werden die vorhandenen und erforderlichen Ressourcen der Partner (Grundstücke, Know-How, Kapital, Personal usw.) zum gegenseitigen Nutzen eingebracht und die vorhandenen Risiken vertraglich zugeordnet. PPP steht insofern für eine besondere Art der Privatisierung. Der Staat lässt eine bislang öffentlich wahrgenommene Aufgabe also nur teilweise los und zieht private Wirtschaftssubjekte lediglich hinzu. Die hoheitliche Erfüllungsverantwortung bleibt unangetastet. Vertragliche Konstruktionen können in den unterschiedlichsten Formen gestaltet sein. Aufgrund dessen ist eine Einordnung von PPP-Konstruktionen in definierte Modelle schwierig, da eine klare Abgrenzung selten gelingt. Folgende Modelle sind jedoch gängig:

  • PPP Erwerbermodell
  • PPP Inhabermodell
  • PPP Leasingmodell
  • PPP Mietmodell
  • Konzessionsmodell
  • Gesellschaftsmodell
  • Betriebsführungsmodell, Betriebsüberlassungsmodell

Projektträger 

Hierbei handelt es sich um Stellen, die außerhalb der Bundes- bzw. Landesverwaltung angesiedelt sind und z.B. im Namen und im Auftrag des BMBF oder des BMWI handeln (Verwaltungshelfer). Sie informieren und beraten zu einzelnen Forschungsbereichen und den bestehenden Fördermöglichkeiten. Die Beantragung von Fördermitteln wird in der Regel über sie abgewickelt.

Q

R

Rangrücktritt

Hierbei erklärt der Darlehensgebers gegenüber der Gesellschaft (dem Darlehensnehmer), dass er im Fall einer Insolvenz im Rang der Verteilung der Insolvenzmasse mit seiner Forderung hinter alle anderen Gläubiger zurücktritt. Bei Gesellschafterdarlehen wird dies häufig vorgenommen, um eine Überschuldung zu vermeiden.

Regionalförderung

Regionalpolitik ist Standortpolitik von Regionen für Regionen. Sie ist Teil der allgemeinen Wirtschaftspolitik. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Gleichbehandlung von Regionen mit gleich gelagerten Problemen und gleicher Wirtschaftsschwäche; sie wirkt gegen einen ruinösen Subventionswettlauf und für den Abbau regionaler Disparitäten.

Die gezielte Förderung ausgewählter Regionen ist ebenfalls Teil der Regionalpolitik. Die primäre Zielsetzung der deutschen und auch der europäischen Regionalpolitik liegt in der Unterstützung strukturschwacher Regionen. Durch den Ausgleich ihrer Standortnachteile soll diesen Regionen der Anschluss an die allgemeine Wirtschaftsentwicklung ermöglicht werden. Ziel solcher Maßnahmen ist es auch, regionale Entwicklungsunterschiede abzubauen und sowohl das gesamtwirtschaftliche Wachstum zu stärken als auch den Strukturwandel zu erleichtern.
Im Rahmen dieser Förderung (GRW) legen Bund und Länder gemeinsam die Fördergebiete sowie die Förderhöchstsätze und damit auch das innerdeutsche Fördergefälle, die Fördertatbestände und die Mittelverteilung fest.  Bund und Länder beschließen jährlich einen Rahmenplan, der insbesondere die Förderregeln, die Fördersätze, die Fördergebiete und die regionalen Förderprogramme der Länder enthält.

Über die GRW werden gewerbliche Investitionen und Investitionen in die kommunale wirtschaftsnahe Infrastruktur sowie Regional- und Clustermanagementvorhaben gefördert. Nicht-investive Maßnahmen von KMU, wie Beratungsleistungen externer Sachverständiger oder Schulungsmaßnahmen von Mitarbeitern können in engem, klar definiertem Rahmen ebenfalls unterstützt werden.

Die Förderung gewerblicher Investitionen dient unmittelbar der Schaffung und Sicherung dauerhaft wettbewerbsfähiger Arbeitsplätze und einer Verbesserung der Einkommenslage in strukturschwachen Regionen.

Besonders ländliche Regionen stehen wegen des demographischen Wandels, insbesondere wegen der arbeitsplatzbedingten Binnenwanderung, der Globalisierung der Märkte, der Arbeitsmarktlage und -entwicklung gegenwärtig und vor allem zukünftig vor großen Herausforderungen. Dies gilt speziell für peripher gelegene ländliche Regionen. Gezielt unterstützt werden diese ländlichen Problemregionen mit folgenden Maßnahmen:
Das GRW-Fördergebiet wurde im Oktober 2008 mit besonderer Berücksichtigung strukturschwacher ländlicher Regionen um eine zweite Gebietskulisse mit D-Fördergebietsstatus erweitert.

Die Fördersätze für gewerbliche Investitionen von KMU in D-Fördergebieten wurden erhöht.
Ein Förderbonus kann für solche Infrastrukturprojekte gewährt werden, die das Resultat einer interkommunalen Kooperation sind, auf Basis einer regionalen Entwicklungsstrategie umgesetzt werden oder die Revitalisierung von Alt-Standorten zum Ziel haben.
Die GRW unterstützt die Breitbandversorgung vorrangig von gewerblichen Unternehmen in ländlichen Regionen.

Die Förderkulisse ist im nachfolgenden Schaubild grafisch dargestellt (siehe Link):

http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/foerdergebietskarte-ab-2007,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf

Rückstellungen

Unternehmen dürfen gewinnmindernd Rückstellungen für Verbindlichkeiten, Verluste oder Aufwendungen bilden, deren Höhe oder das Eintreten generell noch nicht sicher ist. In der Praxis werden Rückstellungen häufig für Pensionen, Steuernachzahlungen oder für unterlassene Aufwendungen für Instandhaltungen gebildet.

Rating / Basel II

Ein Rating oder Kreditrating ist eine Einschätzung der Bonität eines Schuldners durch einen Dritten (z.B. Bank oder Ratingangentur). Es ist somit anders ausgedrückt eine risikoadäquate Zinsbepreisung.

S

SCHUFA

Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung mbH. Die Schufa ist eine Auskunftei, die für die angeschlossenen Unternehmen (Banken, Leasing-, Telefongesellschaften usw.) Daten über Privatpersonen sammelt und an ihre Vertragspartner auf Anfrage weitergibt. Negativeinträge führen häufig zur Ablehung einer Kredit- und/oder Finanzierungsanfrage. Auch Telefongesellschaften, Wohnungsverwaltungen etc. lassen sich oft einen Auszug geben, um Rückschlüsse auf die Zahlungsmoral ziehen zu können.

Sicherheiten 

Diese sind ausschlaggebend dafür, ob ein Darlehen bewilligt wird oder nicht. Bankübliche bzw. werthaltige Sicherheiten sind z.B. Bürgschaften und Grundschulden. Es können aber auch Sicherungsübereignungen, Forderungsabtretungen und Globalzessionen als Sicherheiten herangezogen werden.

Sicherungsübereignung

Zur Besicherung von Krediten werden vielfach Maschinen, Einrichtungsgegenstäde etc.sicherungsübereignet. Hierbei verbleibt jedoch das Sicherungsgut zur Nutzung beim Sicherungsgeber. Die Sicherungsübereignung birgt aber aus Sicht der Banken ein gewisses Risiko (Untergang, Abnutzung usw.).

Selbstauskunft

Hierfür dient ein von den Kreditinstituten eigens entworfenes Formular, welches von den Kunden selbst auszufüllen und zu unterzeichnen ist. Die Selbstauskunft soll eine Übersicht über die Vermögensverhältnisse einer Person geben.

Spin-off

Unter spin-off wird normalerweise eine Ausgründung verstanden, damit Forschungsergebnisse einer forschenden Muttergesellschaft wirtschaftlich genutzt oder vermarktet werden können. Solche spin-offs finden häufig aus forschungsintensiven Unternehmen, Hochschulen oder Forschungseinrichtungen wie der Max-Planck- oder der Fraunhofer-Gesellschaft statt.

Subsidaritätsprinzip

Es bedeutet vereinfacht: Was der Einzelne, die Familie oder Gruppen und Körperschaften aus eigener Kraft tun können, darf weder von einer übergeordneten Instanz noch vom Staat an sich gezogen werden. Es soll sicher gestellt werden, dass Kompetenz und Verantwortung des jeweiligen Inh1iduums anerkannt und genutzt werden. Das schließt allerdings die staatliche Pflicht mit ein, die kleineren Einheiten falls nötig so zu stärken, dass sie entsprechend tätig werden können. Die im Subsidiaritätsprinzip zum Ausdruck kommende Anerkennung sozialer Initiativen ermöglicht dem hilfebedürftigen Bürger ein Wahlrecht. Dieses hat seine Wurzeln in den Verfassungsrechten: Achtung der Würde des Menschen, Freiheit der Person und ihrer Entfaltung, Freiheit des Bekenntnisses.

Subventionen 

Unter Subvention oder auch vielfach Zuschuss genannt - bezogen auf das Bundes- oder Landesrecht - versteht das Strafgesetzbuch eine finanzielle Unterstützung von Unternehmen aus öffentlichen Mitteln, die wenigstens zum Teil ohne marktmäßige Gegenleistung gewährt wird und der Förderung der Wirtschaft dienen soll (§ 264 Abs. 7 StGB).

Subventionswert

Siehe Definition der Beihilfen.

Tilgung 

Eine Tilgung ist eine Abzahlung einer langfristigen Schuld. Diese kann einmalig oder in Teilbeträgen erfolgen. Die Höhe und Fälligkeitstermine der Tilgungsraten sind bei der Finanzplanung (Finanzplan) durch Aufstellung eines Tilgungsplans zu berücksichtigen und werden mit dem Kreditinstiut vereinbart.

Tilgungsdarlehen

Die dieser Darlehensform erhält der Darlehensnehmer über die Laufzeit des Darlehens einen linear gleichbleibenden Tilgungssatz. Die Leistungsrate ergibt sich dann aus dem Tilgungsbetrag sowie auf den errechneten Zinsen, die sich in i.d.R. auf die jeweilige Restschuld beziehen. Dadurch sinken die Leistungsraten während der Darlehenslaufzeit.

Tilgungsfreie Zeit

Hierbei handelt es sich um die Zeit, in der ein Darlehen zwar verzinst, aber noch nicht getilgt werden muss. Das schont die Liquidität des Kreditnehmers in der Anlaufphase der Investition. Tilgungsfreie Jahren findet man als häufige Option bei öffentlichen Fördermitteln.

U

Unternehmen in Schwierigkeiten

Ein Unternehmen ist nach den Leitlinien der EU für staatliche Beihilfen zur Rettung und Umstrukturierung von Unternehmen (Amtsblatt der Europäischen Union Nr. C 244 vom 01.10.2004, Seite 2 ff.) als in Schwierigkeiten anzusehen, wenn es nicht in der Lage ist, mit eigenen finanziellen Mitteln oder Fremdmitteln, die ihm von seinen Eigentümern/Anteilseignern oder Gläubigern zur Verfügung gestellt werden, Verluste aufzufangen, die das Unternehmen auf kurze oder mittlere Sicht so gut wie sicher in die Insolvenz treiben würden, wenn der Staat nicht eingreift. Ob ein Unternehmen in Schwierigkeiten ist, kann anhand der folgenden Kriterien geprüft werden:

  • bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung im Sinne der Insolvenzordnung, oder
  • wenn mehr als die Hälfte des buchmäßigen Eigenkapitals bei Personengesellschaften bzw. bei Kapitalgesellschaften mehr als die Hälfte des Grund-/ Stammkapitals im Sinne der §§ 92 AktG und 49 GmbHG und mehr als 25 % des buchmäßigen Eigenkapitals bzw. Grund-/Stammkapitals innerhalb der letzten 12 Monate verlustbedingt aufgezehrt worden sind. 

Selbst wenn kein operationelles Kriterium erfüllt ist, kann es sich um ein Unternehmen in Schwierigkeiten handeln, wenn typische Symptome auftreten, wie etwa steigende Verluste, sinkende Umsätze, wachsende Lagerbestände, Überkapazitäten, verminderter Cash-flow, zunehmende Verschuldung und Zinsbelastung sowie Abnahme oder Verlust des Reinvermögenswertes.

Die Beurteilung, ob sich ein Unternehmen in Schwierigkeiten befindet, ist im Rahmen einer Gesamtabwägung aller Umstände des Einzelfalls vorzunehmen. Dafür müssen die letzten Jahresabschlüsse und andere aussagefähige Unternehmensdaten vom Fördermittel- oder Kreditinstitut berücksichtigt werden.

Junge Unternehmen – auch solche, die aus der Abwicklung oder Übernahme von Vermögenswerten eines anderen Unternehmens hervorgegangen sind – können in den ersten 3 Jahren nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit grundsätzlich nicht als Unternehmen in Schwierigkeiten betrachtet werden.

V

Verbundenheitskriterium

Für alle KMU gilt zudem, dass sie nicht zu 25% oder mehr des Kapitals oder der Stimmanteile im Besitz von einem oder mehreren Unternehmen gemeinsam stehen dürfen, welche die Definition der KMU nicht erfüllen. In Abhängigkeit von der Größenklassifizierung variieren z.B. die Zuschusshöhen bei gewissen Investitionskostenzuschüssen.

Vorfälligkeitsentschädigung 

Hierbei handelt es sich um die Zahlungsverpflichtung eines Schuldners gegenüber der kreditgebenden Bank für den Fall, dass er sein Darlehen schneller tilgen möchte, als dies sein Zahlungsplan vorsieht. Die Vorfälligkeit entschädigt die Bank für entgangene Zinsen. Je länger Restlaufzeit und Zinsbindungsfrist sind, desto höher ist normalerweise die Vorfälligkeitsentschädigung.

Vorhabensbeginn

Als Vorhabensbeginn wird der Zeitpunkt des Abschlusses eines Lieferungs- oder Leistungsvertrags, z. B. der Abschluss eines Kauf-, Werk- oder Beratervertrages bezeichnet.

W

Werthaltige Sicherheiten

Werhaltige Sicherheiten sind z.B. Grundschulden, Sicherungsübereignung von Maschinen, Bürgschaften (einschließlich Bürgschaften von Bürgschaftsbanken oder Kreditgarantiegemeinschaften). Form und Umfang der banküblichen Sicherheiten werden im Rahmen der Kreditverhandlungen zwischen der/dem Kreditnehmer/in und der Hausbank vereinbart.

Y

Z

Zuwendungsbescheid 

Der Zuwendungsbescheid ist ein rechtsverbindlicher Bescheid über die Gewährung von Fördermitteln oder Zuschüssen an einen Zuwendungsempfänger. Der Zuwendungsbescheid ist an die Erfüllung bestimmter Förderzwecke und -bedingungen (Bezugsbindung usw.) gebunden. Werden diese nicht erfüllt, besteht ein Rückforderungsanspruch des Fördergebers.